Hochzeitsboten
Ballons, mit Gas gefüllt,
mit kleinen Lichtfackeln, die ihre Funken versprühen,
steigen auf in den nächtlichen Himmel
über dem schimmernden Zelt einer Hochzeitsgesellschaft,
losgelöst von der Erdenschwere
und leichter als die Luft emporschwebend,
die dunkle Nacht mit ihren flackernden Lichtlein erhellend.
Wie kleine erleuchtete Gesandte,
tragen sie ihre Botschaft in die Welt hinaus,
enteilen zu unbekannten Menschen,
die es nun wissen sollen,
auch wenn sie nicht danach gefragt haben.
Alle sollen es wissen,
dass zwei sich gefunden haben,
die verzaubert sind,
die von neuem den Zauber wagen
und andere mit verzaubern wollen
mit ihrem Geheimnis der Liebe und der Hoffnung,
die im Lauf des Lebens einen neuen Anfang machen,
die als erste und einzige in der Weltgeschichte
die Schwerkraft des Alltags überwinden,
emporsteigen zu unbekanntem Ziel,
weg von der Erde,
zu Höherem strebend,
die sich mit ihrem zärtlich und zaghaft flackernden Licht
hineinwagen in die dunkle Nacht,
um alle zu beglücken, die das sehen.
Es soll verkündet werden, das Wunder der Liebe,
dass zwei ihre Unvollkommenheit entdeckt haben,
dass zwei zueinander gefunden haben,
um ihren Mangel auszugleichen
und sich zu unterstützen
und voranzubringen auf ihrem Weg
nach vorn,
nach oben,
um das noch Verborgene im andern aufscheinen zu lassen,
damit es sich zeige und entfalte
und die Welt schöner mache.
Diese Botschaft lässt das Aussenden
eines kleinen Heeres von schwebenden Lichtengeln
nicht als übertrieben erscheinen.
Hans-Jürgen Peters
Pura, den 31. August 2002
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