Albergo CENTRO PALADINA Im Tessin mit wunderbarer Sicht auf den Luganersee!

Wandern im Tessin, wandern tessin

28 Wandervorschläge

TRACCE dUomo

Beim Schulzentrum schlägt man den alten Saumweg ein, kommt am Friedhof vorbei, geht dann ein kurzes Stück der Kantonsstrasse entlang, passiert den Dorfbrunnen, eine markante, alleinstehende Zypresse, die alte Fontana dei Terrieri (Brunnen der Grundbesitzer) und gelangt zum Dorfplatz von Castelrotto. Man wählt nun die Fahrstrasse nach Ronco und zweigt beim Brücklein über den Bach Fontanöö zum Cantinotto, dem alten Grotto (Weinkeller) der Familie Cerutti ab. Der Weg führt weiter durch den Wald zur Käserei (Caseificio). An einer Wegkapelle (Cappelletta) vorbei steigt man zum Traversee hoch und erreicht den Wald Mirabell, der aus natürlich gewachsenen und angepflanzten Bäumen besteht. Nächste Etappe ist Nisciora, wo sich ein weites Panorama auf das Dorf Sessa, die Ebene San Martino, den Langensee und den Monte Rosa eröffnet. Nach einem kurzen Stück erreicht man den Weiler Beride, und folgt der «strada verde» (Grüne Strasse) Richtung Ronco. Im Wald etwa 50 Meter vom Weg entfernt, befindet sich die Giazzera (Kühlkeller), in dem früher Fleisch konserviert wurde. Nun sind es nur noch wenige Minuten bis Ronco, einem kleinen Weiler der Gemeinde Croglio. Den Dorfeingang schmückt eine der Madonna Pellegrina, der Pilgermadonna (Madonna del Sasso von Locarno) geweihte Felsengrotte. Die Statue ist ein Geschenk der Grundbesitzer von Ronco zum Marianischen Jahr 1951. Der Weg führt weiter durch einen wunderschönen Weinberg, der mit Merlot-Reben bestockt ist. Darüber erhebt sich der Roccolo, ein Turm, der einst dem Vogelfang diente. Bevor man diesen erreicht, fällt der Blick rechts auf einen kleinen, von einer Quelle gespeisten Tümpel, der das Trinkwasser für Ronco lieferte. Von Ronco kehrt man durch terrassierte Kastanienwälder auf die Kantonsstrasse und zum Schulzentrum Lüsc zurück.

Sentiero delle meraviglie

Der Kanton Tessin ist von über 2000 km markierten Wanderwegen durchzogen, in deren Verlauf man ständig von der Natur umgeben ist und mehr oder weniger häufig auf von Menschen geschaffene Strukturen trifft. Diese befinden sich oft abseits der Dörfer und bewohnten Zentren. Sie sind Zeugen vergangener Zeiten, in denen es darum ging, zu überleben und wo die geringste von der natürlichen Umgebung offerierte Möglichkeit genutzt werden musste.

Diese Zeugen haben Jahrzehnte, ja sogar Jahrhunderte überdauert. Heutzutage laufen sie jedoch Gefahr, im Verborgenen zu bleiben, abseits der neuen Verbindungswege. In einigen Fällen haben Sorglosigkeit und die Aufgabe angestammter Lebensräume diese Früchte harter Arbeit unserer Vorfahren auf ein Minimum reduziert.

Oft werden vom Wanderer diese Überreste kaum wahrgenommen, allenfalls mit einem schnellen Blick, einem flüchtigen Gedanken bedacht.

Mit dem geführten Wanderweg möchten wir allen die Gelegenheit geben zum Verweilen und zur Betrachtung dieser einfachen Dinge, die das Überleben, und wie im Falle der Erzminen, die Hoffnung auf etwas Besseres erlaubten. Wenige Erklärungen genügen zum Verständnis des Grundlegenden, wenige Augenblicke der Überlegung und der Würdigung des Einfallsreichtums des Menschen und der Schönheit von der natürlichen Umgebung.

Ein kleiner Führer, der diese durch Hast gekennzeichnete Generation lehrt, die Augen weit zu öffnen, denn dieser wunderschöne Malcantone ist noch voller Überraschungen.

Zeitaufwand:

Ohne Pausen, bei normalem Wanderrhythmus ca. 4 Std. Für die gleiche Route, jedoch mit Pausen, Erklärungen und Betrachtungen müssen 5-6 Std. gerechnet werden. Mittagessen bei der Burgruine oder der Hammerschmiede. Empfohlenes Schuhwerk: Wanderschuhe.

Sentiero del castagno

Auf der Entdeckung des AIto Malcantone:

Land der Kastanien

Ab dem Grotto Sgambada in Arosio erreicht man zuerst den Kastanienhain von lnduno und dann weiter die Kirche von San Michele. In der Nähe befindet sich eine alte und umgewandelte «grä» (metato). Die Exkursion führt wefterRichtung Mugena und bietet auf dem Weg eine herrliche und aussergewöhnliche Aussicht auf die ganze Gegend des Alto Malcantone, hauptsächlich auf die Caroggio-Ebene. Nachdem man sich den Dorfkern von Mugena angesehen hat, geht es weiter Richtung «Busgnone», wo man in der Nähe eines «natürlichen Schwimmbassins» den Magliasina-Fluss überquert. Der Wanderweg führt entlang des Valle diFirinescio und somit oberhalb Vezio bis zum Dorf Fescoggia weiten immer in Begleitung der treuen Edelkastanie.

Ab Fescoggia beginnt der Rückweg hinunter zuerst Richtung Garoggio, darauffolgend hinauf zu Mugena und Arosio, immer mit Blickin die Höhe zu den schon vorher gesichteten Kastanienbäumen, die stets unbeweglich auf uns herabschauen. Der Pfad ist mit der üblichen, mit dem Symbol der Kastanie ergänzten Markierung festgesetzt. Sie sieht 8 auf dem Gelände einfach markierte didaktische Stellen vor die dann in diesem Prospekt ausführlicher illustriert sind, um euch die wesentlichen Auskünfte zu liefern und euer Interesse für eventuelle weitere Einzelheiten anzuregen. Vergesst nicht auf dem Wanderweg alle eure zur Verfügung stehenden Sinne zu verwenden. die Sicht, der Geruch, der Tastsinn; es lohnt sich!

Benötigte Wanderzeit: 5-6 Stunden ab Arosio. Es ist auch möglich, den Ausflug früher zu beenden oder ab Fescoggia zu starten. Wanderschuhe sind empfehlenswert.

Die Kastanie

Die Kastanie ist in unseren Breitengraden vor etwa 2000 Jahren durch die Römer eingeführt worden. Sie ist diejenige Baumart, die mehr als eine andere in Europa eine differenzierte und lebenswichtige Produktion verrichtet hat, so wichtig, dass sie verdient hat, als «Brotbaum» anerkennt zu werden (die Kastanie war das Nahrungsmittel für mindestens 6 Monate im Jahr). Die lebenswichtige Bedeutung, die diese Art auch in unseren Breitengraden hatte, ist durch die Benennung «Arbur» gekennzeichnet, die noch heute in den mundartlichen Formen allein für die gepfropften Bäume der Kastanienhaine zu finden ist. «Wo die Kastanie war, dorthin kam der Mensch; wo sich der Mensch ansiedelte, pflanzte er die Kastanie. Eine Pflanze die den Mensch begleitet und sich mit ihm integriert; es entstand somit eine wahrhafte «Kastanienkultur. Die Kastanie bedeutete gestern Leben für die Berge, auch wenn mit viel Mühe; in ganz unterschiedlichen menschlichen und sozial - ökonomischen Bedingungen gilt es im Alto Malcantone noch heute, und das dank der Wiederherstellung der Kastanienselven und dank dem Kastanienweg, der euch erlaubt, das Zusammenleben Mensch-Baum zu entdecken und hoffentlich zu lieben.

Die Kastanie ist eine typische Baumart der Alpensüdseite zwischen 200 und 1000 m.ü.M. Die gesamte Fläche der südalpinen Kastanienwälder erreicht 26000 Hektaren. Nördlich der Alpen finden wir sie nur in den durch den Föhn beeinflussten Tälern.

Die Kastanie kann eine Höhe von 25-30m und ein Alter von mehr als 1,000 Jahre erreichen (Kastanie des Etna benannt als «hundert Pferde«: etwa 2500 Jahre). Seine Blätter sind gross, am Rand gezähnt und dunkelgrün. Die Blüten erscheinen im Mai-Juni nach vollendeter Laubentwicklung. Die männlichen Blüten sind die längeren und auffallenden, die die Baumkronen der Kastanienwälder gelblich färben, während die weiblichen, kleiner und gewöhnlich zu zweit an der Basis der männlichen Blüten gruppiert, sich in Früchte umwandeln; die braunen Kastanien, die in den stacheligen Fruchthüllen enthalten sind. Die Bestäubung geschieht durch den Wind und die Insekten, besonders durch Bienen (man muss nur an den wertvollen Bienenhonig denken), Fliegen und kleine Insekten. Die Rinde ist glatt, olivgrün in der Jugendphase; runzlig, graubraun in fortgeschrittenem Alter. Die Wurzeln wachsen in der Tiefe und ermöglichen somit eine optimale Verankerung. Das Holz der Kastanie ist dauerhaft, elastisch, einfach zu verarbeiten und zu spalten, reich an Tannin und ein gutes Brennmaterial.

Die Kastanie ist ein wenig überall zum Nachteil von anderen einheimischen Baumarten eingeführt worden. Mit der Zunahme der Vernachlässigung der Kastanienwälder beobachtet man die Wiederbesiedlung von einigen ursprünglichen Arten wie die Birke (Betula pendula), die Flaumeiche (Quercus pubescens), die Traubeneiche (Quercus Petraea) und die Zitterpappel (Populus tremula) in den ärmeren Standorten; die Linde (Tilia cordata), der Kirschbaum (Prunus avium), die Esche (Fraxinus excelsior) und der Berg-ahorn (Acer pseudoplatanus) in den frischeren Standorten; die Buche (Fagus silvatica), die Fichte (Picea abies), die Lärche (Larix decidua) und die Waldföhre (Pinus silvestris) in den Randgebieten des Verbreitungsareals.

Mit dem Alter ist die Kastanie zunehmend lichtbedürftig. Sie verlangt dazu ein mildes Klima und reichliche Niederschläge, fürchtet die Früh- und Spätfröste. Der optimale Boden sollte tiefgründig, locker, gut drainiert und reich an Nährstoffen (hauptsächlich Kalium) sein. Sie passt sich nicht an kalkhaltige und oberflächige Böden an.

Die Hauptkrankheit der Kastanie ist der durch einen Pilz verursachte Rindenkrebs. Im Jahre 1948, als er im Tessin signalisiert wurde, befürchtete man das Aussterben der Kastanien auf der Alpensüdseite, genau so wie es mit der amerikanische Kastanie geschah. Auch deswegen sind verschiedene künstliche Wiederaufforstungen ausgeführt worden. Zu unserem Glück hat sie überlebt, dank einer höheren Resistenz der europäischen Art kombiniert mit der Erscheinung einer weniger virulenten Form des Pilzes.

Die am einfachsten zu beobachtenden Symptome im Falle von Krebsbefall sind die rotwerdende Rinde und die Verwelkung der Blätter.

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